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Ein Planet wird geplündert für von Beust: ZDF, Berlin direkt vom 21.11.2010, letzte Sende-Sekunden (Mediathek)
Kanzlerin überreicht Ahlhaus ein Abschiedsgeschenk für von Beust
16. November 2010, 06:32 Uhr, Hamburger Abendblatt
“Karlsruhe. Ole von Beust schaffte es nicht mehr rechtzeitig nach Karlsruhe, aber die Parteivorsitzende hat an ihn gedacht. Für seine Arbeit als Präsidiumsmitglied und Umweltbeauftragter der CDU schenkte Angela Merkel dem früheren Hamburger Bürgermeister das Buch "Ein Planet wird geplündert" von Herbert Gruhl. Beust-Nachfolger Christoph Ahlhaus nahm das Präsent stellvertretend entgegen.” (http://www.abendblatt.de/politik/deutschland/article1696997/Kanzlerin-ueberreicht-Ahlhaus-ein-Abschiedsgeschenk-fuer-von-Beust.html)
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Berliner Kurier, 17.11.10: “Wirbel gab es auch um Ole von Beust. Der frühere Hamburger Bürgermeister schwänzte seine eigene Verabschiedung als Mitglied des CDU-Präsidiums. Viele Delegierte vermuteten, von Beust habe keine Lust auf eine Jubelveranstaltung gehabt. "Sylt gefällt ihm bestimmt besser", ätzte ein Vorstandsmitglied.
Nachfolger Christoph Ahlhaus beteuerte, von Beust sei lediglich auf dem Weg nach Karlsruhe im Zug stecken geblieben. Ahlhaus nahm für von Beust Merkels Abschiedsgeschenk entgegen: Ein Buch von Herbert Gruhl, dem ideologischen Vater von schwarz-grünen Bündnissen.” (online unter: http://www.berlinonline.de/berliner-kurier/print/politik/325962.html)
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evangelisch.de (Verlag hansisches Druck- und Verlagshaus): “Aus der gleichen Epoche [der 1970er Jahre] stammt das Buch, das Merkel dem angeblich wegen eines Zugausfalls (jeder Bahnkunde wird ihm diese Ausrede abnehmen) fehlenden Ole van Beust durch einen Vertrauten nach Hamburg senden ließ: "Ein Planet wird geplündert" von Herbert Gruhl (1921-1993). Bei van Beust hätte mancher Zyniker vielleicht eher an Jean Genet oder Allen Ginsberg als Geschenk empfohlen. Doch solche Winke mit dem Zaunpfahl in Richtung des Beuysschen Liebeslebens wären Merkel gewiss viel zu plump vorgekommen. Stattdessen wählte sie - oder ein kluger Berater - Gruhl. Der Mann, der als Vordenker einer konservativen Ökologiebewegung gilt, war nach seinem Austritt aus der CDU einer der Mitbegründer der Grünen. Später überwarf er sich mit der Partei, gründete die konservativ-ökologische ÖDP. Am Ende trat er auch aus der ÖDP aus und schloss sich der rechtskonservativen Organisation Unabhängige Ökologen Deutschlands an. Das Buch eines Schwarzen, der den Grünen Starthilfe gab und darüber fast irre wurde, ist wahrhaft ein passendes Geschenk für den Patron der ersten schwarz-grünen Regierungskoalition in einem deutschen Bundesland, der zum Schluss keine Lust mehr auf seine eigene Schöpfung hatte.” (online unter: http://www.evangelisch.de/community/blog/embonpoint/merkels-buchgeschenke)
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Die Welt, 16.11.10: “Ole von Beust ist nicht zu seiner eigenen Verabschiedung gekommen. Der Zug sei stecken geblieben, sagt Frau Merkel. Irgendwas sei ja immer. Man lässt sich von solch Missgeschick natürlich nicht lange aufhalten auf einem CDU-Parteitag und beschenkt den Abwesenden jetzt erst recht. Er soll Herbert Gruhls „Der geplünderte Planet“ lesen - ein Autor, der so etwas ist wie der bürgerliche Baustein bei der Gründung der Grünen. Von Beust hat die ja in seinem Lebenswerk wieder herangeführt an die Union, per schwarz-grüner Koalition, was Merkel derzeit eigentlich für Pfui hält. Aber Ole ist ja nicht da. Statt seiner muss nun Christoph Ahlhaus den Gruhl entgegennehmen, der Nachfolger von Beust als Erster Bürgermeister in Hamburg. Er tappst ein bisschen wie ein Alien durch die Hallen der Karlsruher Messe, was zum einen an dem fulminanten Fehlstart liegen dürfte, den er als Bürgermeister von Hamburg hingelegt hat, aber ein bisschen auch an der Grüne-Nein-Danke-Stimmung, die gerade Konjunktur hat in der Union.” (online unter: http://www.welt.de/politik/deutschland/article10966502/Ole-von-Beust-schwaenzt-waehrend-ein-Bremer-pariert.html)
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Der Spiegel, 16.11.10: “Alle Ex-Mächtigen bekommen von Merkel ein zu ihrer Polit-Vita passendes Buch: der schwarz-grüne Hamburger Ole von Beust das Werk "Ein Planet wird geplündert" des der Union früh verlustig gegangenen Umweltaktivisten Herbert Gruhl; der selbsterklärte Ex-NRW-Arbeiterführer Rüttgers "Die Arbeiterfrage und das Christentum" von Bischof von Ketteler. Und weil das so ist, kommt auch Koch nicht um diese Schulbuben-Nummer herum. Merkel übereignet ihm die "Betrachtungen über die Französische Revolution" von Edmund Burke, dem Philosoph und Begründer des Konservatismus.” (online unter: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,729294,00.html)
- Bücher von Herbert Gruhl -
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Held der Nichtraucher (Sebastian Frankenberger von der ÖDP)
“Die ÖDP ist so etwas wie ein lebendes politisches Fossil. Das eher bürgerlich-konservative Gegenstück zu Bündnis90/Die Grünen wurde von Herbert Gruhl 1978 als Grüne Aktion Zukunft (GAZ) gegründet. Der frühere CDU-Politiker und Bestsellerautor (Ein Planet wird geplündert) hob 1980 die grüne Partei mit aus der Taufe. Weil ihm die Truppe um Petra Kelly, Jutta Ditfurth und andere Ex-Spontis mehrheitlich zu weit links stand, verweigerte Gruhl die Selbstauflösung der GAZ und trat aus den Grünen wieder aus. 1982 vereinigt er die GAZ und zwei andere ökologische Gruppierungen zur ÖDP. (...)
Trotzdem dürfte die politische Bedeutung der ÖDP bis auf Weiteres begrenzt bleiben. Obwohl die inhaltlichen Unterschiede zu den Grünen längst marginal sind – die ÖDP vertritt unter anderem ein konservativeres Familienbild, plädiert für einen schnelleren Atomausstieg und lehnt Firmenspenden an Parteien strikt ab –, sind zeitweilige Fusionsbestrebungen derzeit offenbar kein Thema mehr.
Alex Burger, Pressesprecher der bayerischen Grünen bedauert dies. Er schätzt unter Berufung auf eine ältere Studie, dass ein Drittel oder die Hälfte der ÖDP-Anhänger grün wählen würde. "Es ist die Frage, wem das nützt, dass hier zwei ähnliche Parteien gegeneinander antreten. Im Zweifelsfall profitiert die CSU davon."” (Die Zeit, 12.11.2010, online unter: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-11/oedp-bundesvorsitzenden-wahl-frankenberger)
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Gemeinsinn, Patriotismus und Maßhalten
Von Uwe Lehmann-Brauns, Vizepräsident des Berliner Abgeordnetenhauses
“(...) Auch Gemeinsinn und die Bereitschaft, ehrenamtlich tätig zu sein, sind Ausdruck eines aufgeklärten Bürgertums. Ferner das Maßhalten als inhaltliches Prinzip gegen Extremismus jeder Art, die Schonung menschlicher und natürlicher Ressourcen, das Bewusstsein für die gefährdete Natur – mitbegründet in den 70er Jahren vom Unionsmitglied Herbert Gruhl („Ein Planet wird geplündert“).
Maßhalten, auch ein abwägendes Prinzip, das im Idealfall mehrere Werte realisieren will. In diesem ständigen Versuch der Wertkombination unterscheidet sich eine bürgerliche Partei von „Einwertparteien“, die absolut auf soziale Sicherheit, Bio oder unumschränkte Marktfreiheit setzen.
Bürgerlich ist das Bekenntnis zum Leistungsprinzip als Funktion der Freiheit, begrenzt durch Demokratie, Sozialstaat, Umweltschutz. Kultur gehört dazu. Menschen mit Kultur sind weniger anfällig für politische Demagogie. Dito Bildung. Der Bildungsbürger ist keine Karikatur, sondern ein aktuelles Ziel für alle. (...)” (Volltext unter: http://www.tagesspiegel.de/meinung/andere-meinung/gemeinsinn-patriotismus-und-masshalten/1932798.html)
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Alle mal herhören: Das Ende naht!
Von Matthias Drobinsky
“Das Buch [von Thilo Sarrazin] gehört ... zum Genre der Niedergangsliteratur, die auch deshalb beim Leser solchen Anklang findet, weil der Niedergang in wohlhabenden Gesellschaften zur latenten Angst der Menschen gehört. Die Niedergangsliteratur hat ihre Vorbilder: Tacitus zum Beispiel, der römische Geschichtsschreiber, verglich die naturbelassenen Germanen zu deren Vorteil mit den dekadenten Römern. Oswald Spengler beschrieb den Untergang des Abendlandes als unvermeidlichen Vorgang im Werden und Vergehen der Kulturen. Spengler wie Tacitus sahen sich als unverstandene Warner, wie in den 80er Jahren der Ökologe Herbert Gruhl, wie heute Kelek und Sarrazin. Bei Spengler und Tacitus macht die Melancholie, in der sie den Niedergang beschreiben, ihre literarische Qualität aus: Es ist etwas verloren und wird nie wieder kommen; alles wird vergehen, so ist der Lauf der Welt. Diese Melancholie fehlt Sarrazin, das macht sein Aggressionspotential aus. Er schreibt nicht als Geschichtsphilosoph, er stilisiert sich als Sozialtechniker, als Klempner des leckenden Gemeinwesens. Er hat Rezepte anzubieten: Pullover statt Heizkostenzuschuss, Kaloriendisziplin statt Erhöhung der Grundsicherung bei Hartz IV, Strafen, Abschiebungen, Sozialhilfekürzungen. Maßnahmen eben.” (Süddeutsche Zeitung vom 30.8.2010, online im Volltext unter: http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/510251)
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Früher Kloake, heute Rhein
Elisabeth Brückner
“Mitte der 70er Jahre waren Flüsse vergiftet, Böden verseucht, die Luft war in manchen Regionen ein Drecks-Nebel. 1976 prophezeite Herbert Gruhl (damals CDU): "Schon die jetzigen Kinder und Jugendlichen werden pausenlos Katastropheneinsätze jahraus und jahrein erleben."
Tatsächlich ist die Um-Welt nicht untergegangen. Für geübte Schwimmer, die der Strömung trotzen, ist ein Bad im Rhein heute ein Riesen-Sommer-Spaß. Es hat sich viel getan beim Umweltschutz. Dank strenger Auflagen für die chemische Industrie, einer Technischen Anleitung Luft, dank Kläranlagen, phosphatfreier Waschmittel, FCKW-freier Kühlschränke und vieler anderer Maßnahmen konnte die Umwelt-Zerstörung in einigen Bereichen gestoppt werden. Vor allem wenn Ingenieure, Physiker und Chemiker an der Lösung der Probleme beteiligt waren, hatte Umweltpolitik Erfolg. Wenn es allerdings (wie beim Klimawandel) darum geht, dass der Mensch sein Verhalten ändern müsste, ist für Umweltprobleme keine Lösung in Sicht.” (SWR2, 19.8.2010, online unter: http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/kontext/-/id=4352076/nid=4352076/did=6632308/gwwqo/)
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Der Nachhaltige: Klaus Töpfer
Von Konrad Mrusek
“(...) Die Nachhaltigkeit des Wirtschaftens, die für ihn neben der ökologischen Dimension stets auch eine soziale Komponente hat, beschäftigt ihn weiterhin am intensivsten. Doch gleich dahinter kommt die demographische Herausforderung. „Neben dem Umweltschutz ist der Bevölkerungsschwund das wichtigste Thema für die Gesellschaft. Wie gestalten wir es, dass unsere Bevölkerung weniger, älter und bunter wird? Wie können wir erreichen, dass dies ein positiv besetzter Wandel wird und nicht ein schmerzlicher Rückbau?“
Der Volkswirt hält nichts davon, mit den bewährten Wachstumsrezepten die Folgen der Schrumpfung zu kompensieren. „Wenn wir ein Problem haben, ist die Lösung immer das Wachstum. Das kann nicht funktionieren. Wir können nicht alte Instrumente benutzen für die Bewältigung neuer Probleme. Wenn die Bevölkerung schrumpfe, so Töpfer, müsse man kleinere und dezentrale Lösungen suchen.
Umweltschützer werden im Alter oft zornige Männer. Dies gilt etwa für Herbert Gruhl (“Ein Planet wird geplündert“), der die CDU verließ und dann zu den Grünen wechselte (was sich Kohl übrigens im Nachhinein als Versagen anrechnete). Bei Töpfer ist nicht zu befürchten, dass er zur Kassandra wird.
Er glaubt an die Vernunft und damit daran, dass der Mensch seinen Lebensstil ändert. Manchmal wird aber auch Töpfer grantig, etwa wenn man ihm Mineralwasser reicht, das Hunderte von Kilometern durch die Gegend gekarrt wurde. Er schwört auf die regionale Herkunft der Lebensmittel, die er „100-Meilen-Diät“ nennt. „Die ist besser für die menschliche Gesundheit und auch für die Umwelt.“
(FAZ vom 18.7.2010, unter: http://www.faz.net/s/RubEC1ACFE1EE274C81BCD3621EF555C83C/Doc~EDE20DA6D412B48F08A23 46219F0A4126~ATpl~Ecommon~Scontent.html)
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Reißnagel im CSU-Hintern
“Die ÖDP entstand im Jahr 1981 als bürgerlicher Zweig der Ökologiebewegung. Gegründet wurde sie von dem ehemaligen CDU-Bundestagsabgeordneten Herbert Gruhl, der 1975 mit »Ein Planet wird geplündert« einen ökologischen Bestseller schrieb. In den späten 1980er Jahren wurde der Partei vielfach der Vorwurf des Rechtskonservatismus gemacht, was 1989 dann schließlich zum sogenannten »Rechtsabgrenzungsbeschluss« führte, mit dem sich die ÖDP gegen Rechtsparteien abgrenzte.
Mitbegründer Gruhl trat im selben Jahr aus der Partei aus. Heute wird die Partei der linksbürgerlichen Mitte zugerechnet, ihre Mandatsträger rekrutieren sich häufig aus akademischen Kreisen.”
Neues Deutschland vom 19.6.2010; Volltext unter: (http://www.neues-deutschland.de/artikel/173433.reissnagel-im-csu-hintern.html)
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Die Zweifel am Wachstum wachsen
“Die ökologischen Kritiker an der wirtschaftlichen Expansion hielten sich lange zurück. Mit der Finanzkrise erhalten sie ungeahnten Zulauf.
Von Philipp Krohn
(...) In den vergangenen Monaten ist die Flut wachstumskritischer Literatur wieder gestiegen. Durch die Finanzkrise sehen sich manche Theoretiker bestätigt. Ein Blick auf die Liste der Autoren könnte den Eindruck erwecken, es seien wieder die üblichen Verdächtigen. Denn Ökonomen wie Hans Christoph Binswanger (“Vorwärts zur Mäßigung”), Friedrich Hinterberger (“Welches Wachstum ist nachhaltig? Ein Argumentarium”) oder Fred Luks (“Endlich im Endlichen”) sind seit vielen JAhren Vertreter eines alternativen Stranges des Wachstumsdiskurses. Selbst eine steigende Ökoeffizienz halte den Menschen nicht ab, immer mehr Güter zu produzieren, so dass die technischen Innovationen nicht ausreichten, den Verbrauch zu senken, lautet eine ihrer entralen Thesen.
Auch der Sozialwissenschaftler Meinhard Miegel zählt seit mehr als drei Jahrzehnten zu jenen Intellektuellen, die zumindest von Wachstumsskepsis geleitet sind. Mit seinem aktuellen Buch “Exit - Wohlstand ohne Wachstum” aber hat er das Thema erstmals in den Mittelpunkt seiner Überlegungen gestellt. Der permanente Wachstumsdruck überfordere nicht nur die Umwelt, sondern zunehmend auch die Menschen, die angesichts ihrer wachsenden Versprechen auf einen materiellen Zuwachs vertröstet würden.
Neu scheint aber zu sein, dass ein Autor mit solchen Thesen weit über die engere wachstumskritische Gemeinde hinaus Zustimmung erhält. In Rezensionen in der Presse erhielt Miegel überwiegend Lob dafür, ein wichtiges Thema ohne Klischees, Vorurteile und mit intellektueller Redlichkeit bearbeitet zu haben. Auch in anderen Diskussionszirkeln ändert sich der Tenor der Debatte. So liefert der früherebayerische Landtagspräsident Alois Glück (CSU) in seinem Buch “Warum wir uns äöndern müssen” den Entwurf einer ökosozialen Marktwirtschaft, die sich “qualitativ” ausrichten müsse.
Nun ist das Reden vom “qualitativen Wachstum” seit mehr als 30 jahren üblich und dient oft dazu, das wirtschaftspolitische Ziel gegen ökologische Kritik zu immunistieren. Glücks Thesen hingegen wirken wie ene späte Versöhnung mit dem konservativen Ökologen Herbert Gruhl (“Ein Planet wird geplündert”), der sich 1978 zunächst mit seiner Partei, der CDU, überwarf, schließlich die Grünen mitgründete, diese aber wegen ihrer Linksausrichtung bald wieder verließ.
Die Finanzkrise ist vielen ein Zweichen dafür, dass hohe Wahcstumsraten nur zu erreichen sind, wenn gefährliche ökonomische Risiken und Blasen in Kauf genommen werden. (...)”
(FAZ vom 7.6.2010)
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Warum verzichten wir nicht auf das Fliegen? Auch ohne Aschenregen? Ein Plädoyer für die bewusste Entschleunigung.
Von Rupert Neudeck
“Ich machte mich Sonntag, am 18.04.2010 früh, für das tägliche Jogging fertig und hatte ein überwältigendes Natur- und Atmosphäre-Gefühl: Der Himmel war blank gefegt von allen Kondenzstreifen, mit denen er sonst als Bild schon durchschossen und verunstaltet wird.
Die Nachrichten der Tagesschau und des Deutschlandfunks meldeten es unisono: Die Flughäfen in Deutschland blieben noch geschlossen. Und ob sie danach aufgehen und die Kondenzstreifen bald wieder zu sehen und die Fluggeräusche wieder zu hören sein werden, ist auch noch fraglich. Der Vulkan in Island lehrt uns ökologischen mores, Sitten. Er bringt uns zurecht. Das, was wir theoretisch immer schon für wahr hielten, wird uns jetzt eingebleut: Du sollst nicht immer und nicht so häufig fliegen. Und damit die Lehre und die Belehrung auch richtig sitzt, heißt es für diese Tage kategorisch: Du sollst überhaupt nicht fliegen. Und damit diese Lehre auch noch demokratischer und damit egalitärer rüberkommt, können auch Angela Merkel, Barak Obama, Nicolas Sarkozy, Barroso und tutti quanti nicht fliegen und die Flughäfen in Warschau, in Krakau und in Danzig bevölkern. Denn rien ne va plus. Island hat uns alle etwas gelehrt, was Island uns nicht lehren wollte. Das ist – mit Hegel gesagt, etwas abgewandelt – die List der ökologischen Vernunft. Du sollst besser nicht fliegen. Schade, dass Carl Amery und Herbert Gruhl nicht mehr leben: Sie würden an dieser Situation ihr Gefallen und ihre bestätigende Erkenntnisfreude haben.
Das, so sagte ich mir aufatmend, ist die Zukunft. Man sollte diese Vulkane ruhig weiter ihre Asche herausschleudern lassen, wir sollten das als die ganz große Chance nehmen, bescheidener gegenüber der Natur zu werden und weniger arrogant gegen die Schöpfung. (...)” Volltext unter: (http://gruenhelme.de/972.php) + (http://www.info3.de/wordpress/?p=203)
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Grüne Kronjuwelen oder gelbe Altlast Volker König
“Bei Schwarz-Gelb hängt der Haussegen schief. Kürzlich polterte FDP-Chef Guido Westerwelle beim sogenannten Koalitionsfrühstück gegen CDU-Umweltminister Norbert Röttgen los. Dessen Gedanken über den Atomausstieg seien nicht hinnehmbar. „Ansatzlos losgewütet“ habe der Liberale, zitierte die Süddeutsche Zeitung einen Sitzungsteilnehmer, und die FAZ schreibt, auf seiten der Union sei mit Blick auf Westerwelles Wutausbruch von Anmaßung, Hybris und konfusen Worten die Rede gewesen. Es ist nichts Neues, daß die FDP als verlängerter politischer Arm wirtschaftlicher Lobbygruppen agiert. Keine andere Partei hat so wenig mit der Ökologie am Hut wie sie. Bedenklicher ist daher, daß bei dem Frühstück die Hälfte der Unions-Teilnehmer Westerwelles Wutausbruch mit Kopfnicken begleitet hat.
Haben sie nicht begriffen, daß der Schutz der Lebensgrundlagen die existentielle Zukunftsfrage ist? Haben sie vergessen, daß aus ihren Reihen Herbert Gruhl kam, der 1970 die erste große umweltpolitische Rede vor dem Bundestag hielt? „Die Bewahrung der Natur gegen den technischen Fortschritt war ein großes konservatives Thema“, schrieb Peter Glotz 1989 in seinem Buch „Die deutsche Rechte“ und betonte, daß sich die Konservativen mit der Ökologie „einen wichtigen Teil ihrer Kronjuwelen klauen“ ließen. Es wäre an der Zeit, daß die Union sich dieser Worte erinnert und schwarz-grüne Planspiele nicht nur aus machtpolitischem Kalkül betreibt. Denn die Absage an das „atomare Höllenfeuer“ (Gruhl) wie auch an die gentechnische Manipulation der Schöpfung sind urkonservative Anliegen. Mit ihnen haben die C-Parteien Zukunft – mit der Fixierung auf kurzfristiges Profitdenken à la FDP nicht.”
(Junge Freiheit www.jungefreiheit.de 08/10 19. Februar 2010)
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Eisberg voraus!
“Eine Westerwelle ist losgetreten worden, alle Welt diskutiert über den deutschen Sozialstaat. Wie das eben so ist in unserer Gesellschaft, wenn eine neue Sau durchs Dorf getrieben wird. Wer spricht noch vom Klimawandel? Vergessen! Abgehakt! Natürlich kann man das Thema ignorieren: weiter mit voller Kraft voraus, wie einst auf der Titanic!
Doch der Eisberg ist nicht mehr weit. Auch deshalb, weil die Staatsmänner und -frauen im Dezember vergangenen Jahres in Kopenhagen so grandios gescheitert sind. Weil wieder wertvolle Zeit vergeudet wird. Weil wir irgendwann, wie schon des Öfteren, sagen werden: Das haben wir nicht gewollt. Was aber nicht mehr gilt: Das haben wir nicht gewusst. Auch deshalb eine kurze Rückblende. 1972 veröffentlichte der Club of Rome die Studie "Die Grenzen des Wachstums". Eine der ersten Reaktionen auf dieses Menschheits-Menetekel war die des Yale-Professors Henry C. Wallich: "Unverantwortlicher Unfug." 1971 hatte der CDU-Politiker Herbert Gruhl im Bundestag auf das Waldsterben aufmerksam gemacht; 1975 erschien sein Buch "Ein Planet wird geplündert." Ein Ergebnis: Drei Jahre später war Gruhl aus seiner Partei geekelt worden. Und die Grünen, als sie in ihren frühen Jahren noch eine Umweltpartei waren: Sie wurden lange Zeit rücksichtslos vom Establishment gejagt. Haben wir aus allem nichts gelernt? Denn die Deutschen, und damit zum aktuellen Befund, sind keineswegs so umweltbewusst, wie sie sich gerne sehen. An der Spitze liegen sie nur, wie eine großangelegte EU-Studie unlängst belegte, bei der Selbstzufriedenheit. Die Deutschen? Nein: wir! Mehr als 40 Prozent von uns unternehmen gar nichts gegen den Klimawandel. Rund 20 Prozent sind ohnehin der Auffassung, dass der Klimawandel nicht menschengemacht ist. Und wenn wir etwas tun, dann erschöpft sich das oft in eher symbolischen Handlungen wie Radtouren am Wochenende oder im Vorgärtchen ein paar Zwiebeln ziehen. Dort aber, wo das eigene Handeln Verzicht bedeutet - weniger Wasser- und Stromverbrauch, Verringerung der Heizenergie, sparsamer Gebrauch des Autos, weniger fliegen -, da belassen wir es trotz apokalyptischer Aussichten häufig im Ungefähren. Oder benutzen einen Schneesturm in Washington und einen kalten Winter hierzulande, um abzuwiegeln und mit kurzfristigen Betrachtungen langfristige Expertisen auszuhebeln. Wenn wir uns aber selbst im Kleinen nicht in die Pflicht nehmen wollen, wenn wir Solar- und Windparkanlagen blockieren, dann fehlt uns Überzeugung und Kraft, etwas im Großen von Politik und Wirtschaft einzufordern. Mit Al Gore: Ja, es ist auch eine moralische Frage. Und absehbar eine existentielle. Deshalb könnten wir zwar kurzfristig trostvoll mit einer passenden Bauernregel schließen: "Kalter Februar - bringt ein gutes Jahr." Was aber langfristig werden wird? Da zitieren wir sorgenvoll Herbert Gruhl aus dem Jahre 1975: "Das 20. Jahrhundert wird zur Verelendung des gesamten Erdballs im 21. Jahrhundert führen." Und jeden Tag fällt das Gegensteuern schwerer.”
Uwe-Bend Herchen in der Südthüringer Zeitung vom 1.3.2010, unter: (http://www.stz-online.de/nachrichten/kommentar/seite1stz/art2442,1082334)
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