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49.) Die Ökonomie muß mehr Rücksicht nehmen

Ökologie-Bewegung: Der französische Umweltpolitiker Antoine Waechter erhielt den diesjährigen Herbert-Gruhl-Preis

Waechter4Im Dreiländereck Baden–Basel–Elsaß steht das älteste französische Atomkraftwerk. Dieses 1978 in Fessenheim in Betrieb genommene Centrale Nucléaire de Fessenheim (CNF) sollte 2007 sein letztes Betriebsjahr ableisten. Aber eine Laufzeitverlängerung von zehn Jahren ist vorgesehen. Widerstand formiert sich vor allem in Deutschland und der Schweiz. In Frankreich gibt es ein Bündnis für mehr Sicherheit im CNF (CLS), dem auch deutsche Gemeinden beitreten, vor allem wenn im Rat eine Unionsmehrheit gegeben ist. Dabei wird oft das Argument vorgebracht, dem Trinationalen Atomschutzverband (TRAS) beizutreten, sei undiplomatisch. In der Tat war bis vor kurzem erst eine kleine Gemeinde im Elsaß dem TRAS beigetreten, denn elsässische Gemeinden erhalten durch das CNF Steuereinnahmen.

Wer sich im Elsaß für eine Stilllegung des AKWs aber einen Namen gemacht hat, ist ein unabhängiger Ökologe: Antoine Waechter, geboren 1949 in Mülhausen, Mitgründer und Präsidentschaftskandidat der französischen Grünen und Vorsitzender der konservativ-ökologischen Bewegung Mouvement Écologiste Indépendant (MÉI). Der Elsässer erhielt kürzlich von der Herbert-Gruhl-Gesellschaft (HGG) im Rahmen ihrer Jahrestagung in Breisach den Herbert-Gruhl-Preis.

Der Name des Umweltschutzpioniers und Atomkritikers Gruhl war mit der CDU verbunden. „Wir haben Leute wie den Ökologen Herbert Gruhl vergrault, weil die Bewahrung der Schöpfung nicht den Stellenwert hatte, wie es schon damals nötig gewesen wäre“, gestand kürzlich CDU-Generalsekretär Roland Pofalla in der FAZ ein – was angesichts der Politik seiner Partei gegenüber einer Laufzeitverlängerung für das CNF fragwürdig ist.

Nach der Begrüßung der Tagungsteilnehmer durch den parteilosen Bürgermeister der Europastadt Breisach, Oliver Rein, der die Beziehung zwischen Frankreich und Deutschland in einem historischen Rückblick vergegenwärtigte, erklärte HGG-Chef Volker Kempf: „Sie, Herr Waechter, erhalten nicht nur wegen Ihres couragierten Eintretens gegen das AKW Fessenheim den Preis, sondern auch wegen Ihres darüber weit hinausgehenden Einsatzes, ökologisch fundierte Erkenntnisse in die Politik einzubringen.“ Denn der promovierte Biologe habe mit Politik immer Ökologie verbunden und diese auch gegen eine Übernahme durch sozialistische Strömungen verteidigt. Nach der parteiinternen Niederlage bei den französischen Grünen gründete er 1994 die MÉI, für die er einige politische Erfolge errang.Dies zeichnete der Laudator Heinz-Siegfried Strelow nach. Waechters Partei gelang der Einzug ins Europaparlament, wie auch die Erringung kommunaler Mandate in Großstädten, darunter Paris. Der Sprung ins Parlament scheitert am Mehrheitswahlrecht. Strelow stellte starke Prallelen zwischen Waechter und Gruhl heraus, da beide den Menschen in seiner Verflochtenheit mit der sonstigen Natur im Blick haben.

Waechter bedankte sich für die Ehrung, erinnerte an die grenzüberschreitenden Umweltbewegungen gegen eine Chemiefabrik in Marckolsheim und gegen das AKW in Wyhl. Die Ökonomie müsse mehr Rücksicht auf Ökologie nehmen. Als aktuelle Herausforderung machte Waechter die weltweite Zunahme materieller Lebensansprüche und die Zunahme der Weltbevölkerung deutlich. Der technische Umweltschutz werde in der Politik einseitig betrieben, könne für sich allein aber nicht genug leisten, um mit den steigenden Energie- und Nahrungsproblemen auf der Erde fertigzuwerden. Die Gefahr, daß der Mensch dem Planeten seine biologische Vielfalt und damit Schönheit raubt, sei akut, ökologische Politik dringender denn je.

In weiteren Tagungsbeiträgen wurden Gruhl und Carl Amery als zwei Vordenker der Ökologiebewegung gewürdigt. Kempf zeichnete die Biographien von Gruhl und Christa Meves nach, die vom „totalitären Zeitalter“ gezeichnet seien. Aber nicht nur die totalitären Systeme des Kommunismus und Nationalsozialismus, sondern auch Strömungen mit mindestens totalitären Zügen in der Bundesrepublik Deutschland hätten zu dem geführt, was Albert Schweitzer schon bemerkte: Wer Gutes tun will, wird merken, daß ihm Steine in den Weg gelegt werden. Auch heute noch, im 21. Jahrhundert, sei der Weg für politisches Engagement oft sehr steinig – nicht zuletzt, weil der totalitäre Antifaschismus noch immer gegenwärtig sei. Eine freiheitlich-rechtsstaatliche Demokratie sei es wert, weiter für sie zu streiten. (Martina Zippe/Hans König, in: Junge Freiheit, 22. Jg., Nr. 49/30.11.2007)

48.) Kämpfer für eine ökologische Politik

“Der französische Politiker Antoine Waechter bekam in Breisach den Herbert-Gruhl-Preis / Für Stilllegung des AKW Fessenheim

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Bildunterschrift: Bei der Jahrestagung der Herbert-Gruhl-Gesellschaft wurde in Breisach der französische Politiker Antoine Waechter (links) vom Vorsitzenden der HGG, Volker Kempf, mit dem Herbert-Gruhl-Preis ausgezeichnet.(FOTO: INES SÜSSLE)


BREISACH. Am Samstag fand zum ersten Mal in Breisach die Jahrestagung der Herbert-Gruhl-Gesellschaft (HGG) statt. Im Rahmen der Veranstaltung wurde der Herbert-Gruhl-Preis an den französischen Politiker Antoine Waechter verliehen. Dieser setzt sich unter anderem für die Stilllegung des Atomkraftwerks Fessenheim ein. Die Auszeichnung würdigt Waechter als Persönlichkeit, die in vorbildlicher Weise ökologisch fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse in die Politik einbringt.


Im Zentrum der Veranstaltung standen neben der Preisverleihung Vorträge zum Thema "Herbert Gruhl und seine Bezüge zu christlichen Denkern" sowie ein Ausflug ins Elsass. Nach der Eröffnung durch den Vorsitzenden der HGG, Volker Kempf, hieß Bürgermeister Oliver Rein die Tagungsteilnehmer in der Europastadt Breisach willkommen. Er blickte auf die Geschichte der Stadt zurück und stellte dabei den Bezug zu Frankreich, dem Heimatland Waechters, her.

In der anschließenden Laudatio auf Waechter würdigte Heinz-Siegfried Strelow, der ehemalige Vorsitzende der HGG, den Einsatz des Preisträgers für die Bewahrung der Natur. Strelow ging in einem Rückblick auf die Entwicklung der grünen Parteien in Europa ein und zog dabei Parallelen zwischen Deutschland und Frankreich, denn in beiden Ländern wurden die ursprünglich bürgerlich-wertkonservativen Parteien durch linksalternative Kräfte übernommen.

Waechter, so Strelow weiter, sei ebenso wie Herbert Gruhl, der 1993 verstorbene Mitbegründer der Grünen, als Natur-Konservativer an zu sehen. Strelow verwies auch noch auf weitere Ähnlichkeiten im Wirken dieser beiden Politiker. So haben sowohl Waechter als auch Gruhl aufgrund von Differenzen die Grünen verlassen und andere Parteien mitbegründet: Gruhl die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) in Deutschland, Waechter die Mouvement écologiste indépendant in Frankreich.

Strelow ging auch auf die Biografie Waech ters ein, der sich seit seiner Jugend für den Naturschutz stark macht und in seiner politischen Laufbahn mehrere Erfolge bei Regional- und Europawahlen vorweisen kann. 1988 war er Präsidentschaftskandidat der Grünen.

Waechter, so betonte der Redner, sei nicht Umweltpolitiker, sondern Ökologe, der ebenso wie Gruhl Anthropozentrismus, also den Menschen als Zentrum der Natur, und Globalisierung kritisiere.

Außerdem stehe auch für Waechter die Ökologie an erster Stelle, weshalb er weder dem linken noch dem rechten politischen Spektrum zugeordnet werden könne.

Waechter dankte der HGG für die Ehrung und erinnerte an die deutsch-französische Bewegung in Marckolsheim und Wyhl. Er betonte in seiner Ansprache, dass die Ausbeutung der Erde durch wachsende Bevölkerungszahlen und materielle Ansprüche in den kommenden Jahren zunehmen werde. Man könne beispielsweise den steigenden Lebensstandard in Schwellenländern und die damit verbundene Lebensmittel- und Energieversorgung nur durch die Zerstörung der Natur sichern.

Diese Probleme, so Waechter, können nicht allein durch technische Entwicklungen gelöst werden. Vielmehr forderte er die Politiker auf, die Ökologie und den Wert der Natur mehr in politische Überlegungen einfließen zu lassen, damit nicht irgendwann die Menschheit allein auf einem Planeten ohne Vögel, Blumen und Bäumen — ohne Schönheit — leben.” (Ines Süssle, Badische Zeitung vom 19.11.2007)

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47.) Jahrestagung der Herbert-Gruhl-Gesellschaft

“(...) Mehr noch als Politiker hat Gruhl sich als Schriftsteller und Mahner vor einem leichtfertigen Umgang mit der Natur einen bedeutenden Rang erworben. (...)” (Breisacher Anzeiger, 16.11.2007)

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46.) Preis für Elsässer Grünen-Politiker

BREISACH. Der Elssäser Antoine Waechter erhält am 17. November in Breisach den Herbert-Gruhl-Preis. Er wird alle zwei Jahre an eine Persönlichkeit verliehen, “die in vorbildlicher Weise ökologisch fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse in die Politik eingebracht” hat, wie es in der Medienmitteilung heisst. Antoine Waechter war in Frankreich unter anderem Präsidentschaftskandidat und tritt für die Stilllegung des AKW Fessenheim ein. Herbert Gruhl ist als Autor des Umweltklassikers “Ein Planet wird geplündert” bekannt und war 1980 erster und damals einziger Bundestagsabgeordneter für die Grünen in Deutschland; vorher sass er neun Jahre für die CDU im Bundestag. (Basler Zeitung, 2.11.2007)

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45.) Rudolf Bahro ...

“Bereits auf dem Gründungsparteitag [der Grünen] irritierte er [Rudolf Bahro] ... einen großen Tiel der Delegierten, als er seinen Vorredner Baldur Springmann spontan umarmte und anschließend davon sprach, daß sich in der Linken auf bestimmte Probleme keine Antworten formulieren ließen, ohne sich auf die Arbeiten von Herbert Gruhl und Springmann einzulassen.” (Erik Lehnert im “Autorentprtrait Rudolf Bahro”, Sezession vom Oktober 2007, S. 2-7, hier S. 6)

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