erdpan10

Herbert-Gruhl-Gesellschaft e.V.

44.) FAZ-Interview mit CDU-Generalsekretär Ronald Pofalle vom 9.9.2007:

(...) Zur Umwelt heißt es im Grundsatzprogramm: „Wir wollen unseren Kindern und Enkeln eine Welt bewahren und hinterlassen, die auch morgen lebenswert ist.“ Das Original ist der Grünen-Spruch: Wir haben die Erde von unseren Kindern nur geborgt.

Die CDU hat beim Thema Umwelt in den siebziger Jahren einen Fehler gemacht. Das zu sagen gehört zur Ehrlichkeit. Wir haben Leute wie den Ökologen Herbert Gruhl vergrault, weil die Bewahrung der Schöpfung nicht den Stellenwert hatte, wie es schon damals nötig gewesen wäre. Das haben wir nun korrigiert. Unsere Ziele zum Umwelt- und Klimaschutz sind sehr ambitioniert.” Quelle: (http://www.faz.net/s/RubFC06D389EE76479E9E76425072B196C3/Doc~E17AA9F07BE6B4E188544D0C3083B25AD~ATpl~Ec ommon~Scontent.html)

*

43.) Interview mit CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer im Tagesspiegel vom 8.9.2007

"Bayern war noch nie stärker als heute"

(...)

Woran merkt man, dass Sie auch ein Konservativer sind?

In der Politikwissenschaft und im Verständnis der Menschen gibt es ja ganz unterschiedliche Definitionen dieses Begriffs. Das variiert ja sogar nach Gesellschaften – nehmen Sie das Etikett „Neokonservativismus“ in Washington, das steht da für die Falken im Weißen Haus, die den Irakkrieg als eine Art Kreuzzug betrieben haben. Damit hat Konservativismus hier in Deutschland nichts zu tun. Für mich ist das Zentrale, dass wir den Grundsatz der Nachhaltigkeit als zutiefst konservativen Ansatz verstehen.

Was heißt das denn konkret?


Nachhaltigkeit ist ein Konzept, das für viele Lebensbereiche entscheidend ist. Das gilt für die Umweltpolitik – wir müssen die Schöpfung für unsere Kinder und Kindeskinder bewahren. Das gilt für eine zukunftsfähige Finanzpolitik, die damit aufhört, immer mehr Staatsschulden anzuhäufen und es der nächsten Generation zu überlassen, damit fertig zu werden. Das gilt genauso aber auch für eine Familienpolitik, die sich für Ehe und Familie einsetzt. Dieses Verständnis führt weg von einer bloßen Vergangenheitsorientierung, einem bloßen Bewahren von Verstaubtem. Konservativ zu sein heißt, Zukunft und Fortschritt zu sichern. Bayern beweist, dass man mit einem solchen konservativen Zukunftsprinzip an der Spitze des Fortschritts stehen kann.

Was unterscheidet denn aber konservative Nachhaltigkeit von beispielsweise grüner Nachhaltigkeit in der Umweltpolitik?

Die Grünen haben vor einem Vierteljahrhundert diesen Gedanken von den Konservativen geklaut!

... nachdem die Union einen Ökokonservativen wie Herbert Gruhl als Spinner vergrault hatte!

Es stimmt, die Konservativen sind damals einem Zeitgeist gefolgt und haben vergessen, dass hier eine wichtige Wurzel für sie liegt. Im Rückblick halte ich es für einen schweren strategischen Fehler, dass die damaligen Parteiführungen diesen Gedanken vernachlässigt und einer sogenannten grünen Bewegung überlassen haben – die ihn dann mit allen möglichen anderen Dingen vermischt hat.

Ist die Union heute in einer ähnlichen Gefahr, dem Zeitgeist zu erliegen und ihre konservativen Wurzeln zu kappen?


Das glaube ich nicht. Heute werden die Dinge wieder richtig gewichtet. Ich bin den vier jungen Politikern aus der CDU und der CSU sehr dankbar, die mit ihrem Papier über einen modernen bürgerlichen Konservativismus vorige Woche breitesten Milieus unserer Stammwählerschaft aus dem Herzen gesprochen haben. Das ist umso wichtiger, als diese Milieus nicht laut tönen, sondern sich eher leise abwenden, wenn niemand mehr auf sie hört. Wir müssen diese Gedanken berücksichtigen, mehr noch: Wir müssen sie wieder ins Zentrum unserer programmatischen Debatten stellen. (...)
Quelle:
(http://www.tagesspiegel.de/politik/Peter-Ramsauer;art771,237579)

*

42.) Anläßlich der Grönland-Reise der Bundeskanzlerin Angela Mekel:
Das neue Gespür für Eis

“... auch die Kanzlerin hat Gespür für Eis. Ein Gespür für die drohende Umweltkatastrophe, hier sichtbar in Grönland. Die ökologischen Warner fanden ja bisher in der CDU/CSU (und das gilt auch für viele andere Parteien) gerade nicht ihre politische Heimat. Ich denke herbei an Dr. Herbert Gruhl, dem der Kanzler der späteren Einheit nicht veinmal ein Gesprächstermin für seine Vorstellungen gab und der als Bundestagsabgeordneter die CDU mangels jedweder Unterstützung verlassen hatte. An seine Werke u. a. “Ein Planet wird geplündert” sei in diesem Zusammenhang erinnert. (Mathias Wagner im “Mannheimer Morgen” vom 25.8.2007)

*

41.) Erinnerung an einen Lehrer

Eckhard Fuhr macht zum Tod von Friedrich Karl Fromme (10.6.1930 - 14.1.2007), der 1974 bis 1997 Leiter des Ressorts Innenpolitik der FAZ war, auf dessen politische Wertschätzung der frühen, noch konservativ geprägten Grünen aufmerksam:

“(...) Politisch waren wir nicht immer einer Meinung. Im Gegensatz zu ihm traute ich [E. Fuhr] zum Beispiel den Grünen durchaus ein staatstragendes Potenzial zu. Fromme wurden die Grünen immer unsympathischer, je mehr sie sich ins Parteiensystem integrierten. Ihre Anfänge hatte er noch mit großer Neugier verfolgt. Er war ein Fan des konservativen Anarcho-Bauern Baldur Springmann und hat es der CDU verübelt, dass sie sich die grünen Themen von den Grünen nehmen ließ. Als die Grünen etabliert waren und ihren konservativen Wurzelstrang gekappt hatten, betrachtete er sie mit ärgerlichem Überdruss und manchmal mit Verachtung. Das galt besonders für den großen Zampano Fischer, den er beharrlich "Joseph" nannte. Wirklich diskutiert haben wir über politische Fragen allerdings selten. Er wollte mich nicht überzeugen. Und ich hätte es vermessen gefunden, ihn überzeugen zu wollen. Ich konnte mich unter dem Schirm seiner Großzügigkeit entfalten. Er hat meine Texte immer nur verbessert, nie in der Aussage verändert, auch wenn ihm dabei die Galle hochgekommen sein mag. Ich habe Friedrich Karl Fromme viel zu verdanken.”

Quelle: (www.welt.de/data/2007/01/20/1182654.html)

     

Weiter zum Pressespiegel 2007, Teil II

BuiltWithNOF

Jogger Sonnenschirm

 

[Herbert-Gruhl-Gesellschaft e.V.] [Jahrbuch] [Vorstand] [Vortraege] [Satzung] [Beitrittsantrag] [Mitteilungen] [Mitteilung12] [Pressespiegel] [Presse2011d] [Presse2011c] [Presse2011b] [Presse2011] [Presse2010c] [Presse2010b] [Presse2010] [Presse2009] [Presse2008c] [Presse2008b] [Presse2008a] [Presse2007a] [Presse2007b] [Presse2006] [Presse2005] [Presse2004] [Presse2003] [Presse2002] [Presse2001] [Presse2000] [Schwerpunkt] [H.-Gruhl-Preis] [Kontakt] [Links] [Newsletter] [Biographie] [Bücher] [Texte] [Mitschnitt]