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Presse2006

“Focus”, 32/2006:

“Der Autor des Ökomanifestes `Ein Planet wird geplündert` verließ 1978 die CDU und gründete die `Grüne Aktion Zukunft`, aus der wenig später die Grünen hervorgingen. Aber auch dort hielt es es ihn wegen politischer Differenzen nicht lange. Der Sohn eines Bauern versuchte es mit einer neuen Partei ohne linkes Geankengut. Doch seine ÖDP blieb bedeutungslos. Sein endgültiger Abgang von der politischen Bühne 1992 war eindrucksvoll: Vor versammelten Journalisten stellte Gruhl im Hamburger Springerhaus sein apokalyptisches Buch über den Zustand der Erde, `Himmelfahrt ins Nichts`, vor. Und merkte dazu bitter an: `Der Planet stirbt, deshalb braucht er auch keine Therapie mehr.`”
 


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Friedbert Pflüger, Spitzenkandidat der Berliner CDU, im SPIEGEL, Nr. 33 v. 14.8., S.26:

 “Lange Zeit ist übersehen worden, dass es in der Umweltbewegung von Anfang an starke bürgerliche Kräfte gab. Einer der Gründer der Grünen, Herbert Gruhl, war mein CDU-Bundestagsabgeordneter. 1975 schrieb er den Bestseller ‘Ein Planet wird geplündert’ und trug so entscheidend zum Entstehen des ökologischen Bewusstseins bei. Es war ein Fehler der CDU, daß sie den wertkonservativen Teil der Ökobewegung nicht integriert hat.”


Zum vollständigen Interview (www.spandau-partei-cdu.de/index.php?ka=1&ska=1&idn=60)
 


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Politische Ökologie, Nr. 100 vom Juli 2006, S. 78

“Blieben die Reaktionen [auf Gruhls Buch `Ein Planet wird geplündert - Die Schreckensbilanz unserer Politik`] innerhalb des Parlaments ähnlich ignorant wie auf den kurz zuvor erschienenen Bericht des Club of Rome, führten sie zu umso weit reichenderen Diskussionen außerhalb des Parlaments. (...) Der Titel - Grundstein der Reihe fischer alternativ ... - wurde zum Bestseller. Obwohl Herbert Gruhls Standpunkte teilweise der CDU-Politik entsprachen, war er seit seinem Austritt aus der CDU immer auf der Suche nach einer Veränderung der politischen Verhältnisse. Neben Kapitalismus und Kommunismus suchte er nach einem dritten Weg. (...) In seinem letzten Werk `Himmelfahrt ins Nichts` zeigt er sich resigniert und kommt zu dem Schluß, Zukunftspolitik sei und bleibe unmöglich.”
 


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Im Editorial von “ÖkologiePolitik” 05/2005 schreibt R. Mankau:

Herbert Gruhl betonte in seiner Grundsatzrede beim ödp-Gründungsparteitag im März 1982: „... ohne neue Wertsetzungen kommt der Mensch nicht aus seiner Krise heraus, denn sie ist erst in zweiter Linie eine ökonomische, in erster Linie ist sie eine moralische und kulturelle. Die sozialistischen, die libe- ralen und die christlichen Parteien der Nachkriegszeit haben sich aus nackter Opportunität dem materialistischen Zeitgeist ergeben (...). Damit wurde aber ein irriges Leitbild aufgestellt und propagiert: der unersättliche homo consu- mens. Keine Kultur der Geschichte hat ein so niedriges Leitbild geschaffen wie die Nachkriegszeit. (...) Das ist der Irrtum leider auch vieler derjenigen, die sich heute grün nennen, dass die Welt mit materiellen Dingen, mit Gesetzen und neuen Institutionen zu retten sei (...).“ Wie recht er hatte! Seit Gruhl hat sich die Situation leider weiter ver- schärft – zum „möglichst viel“ ist ein „möglichst billig“ hinzugekommen. Dennoch haben Überfluss, Sinnentleerung und Reizüberflutung auch eine kleine „Gegenbewegung“ eingeläutet: Slow Food, Simplify your Life, wachsende Ökomärkte, boomende geistig-spirituelle Angebote...

 (http://www.web-demokratie.de/bund/oep/online/130/html/130.html)
 


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Herbert Ammon in der Jungen Freiheit 15/06 vom 07. April 2006, unter der Überschrift

“Jeder sieht das Bild, das er im Herzen trägt”:

“Ende der 1970er Jahre geht Dutschke zu den Mitgründern der Grünen. Der Charismatiker meldete "sagen wir ruhig, seinen Führungsanspruch" (Christian Semler) an. Vom Marxismus hatte Dutschke sich verabschiedet, die ideologisch fixierten K-Gruppen wollte er draußen halten. Er verband sich mit Wertkonservativen wie Herbert Gruhl - eine nicht nur taktische Wendung.”

 
 


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Vorbemerkung: Bei der nachstehenden biographischen Skizze zu Herbert Gruhl handelt es sich um einen Eintrag bei Wikipedia, der freien Online-Enzyklopädie, vom April 2006. Der Text ist aus Sicht der Zeitzeugenschaft eines Mitbegründers der Partei Die Grünen verfaßt:

Werdegang

Herbert Gruhl wurde 1921 als Bauernsohn in Gnaschwitz (Sachsen) geboren. Nach Kriegsdienst und Gefangenschaft studierte er in Berlin Germanistik, Geschichte und Philosophie. 1957 promovierte er mit einer Arbeit über Hugo von Hofmannsthal zum Dr. phil.

Politische Entwicklung

1954 trat Herbert Gruhl in die CDU ein, für die er 1969 in den Bundestag einzog und dem er bis 1980 angehörte. Dr. Gruhl wurde umweltpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion. Herbert Gruhl war ein kitischer Analytiker und Denker und so geriet er zunehmend - durch die Beschäftigung mit dem Thema Umweltschutz - in Opposition zu seiner eigenen Fraktion. Nach dem Erfolg seines Buches "Ein Planet wird geplündert" (1975), eine Kritische Analyse der Umweltausbeutung, verhalf er zunächst den Umweltverbänden zu bundesweiter Präsenz und Beachtung. 1975 bis 1977 war er Vorsitzender des Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND). Sein Engagement damals richtete sich vor allem gegen die Atomenergie und insbesondere gegen die geplante Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf. Im Sommer 1978 trat er unter Protest aus der CDU aus und gründete die Grüne Aktion Zukunft (GAZ). Konsequent engagierte er sich für einen politischen Zusammenschluß grüner Parteien und Wählerbewegungen, was 1980 zur Gründung der Partei "Die Grünen" führte. Gruhl repräsentierte innerhalb der Grünen den "Wertkonservativen Flügel". Bei der Wahl des Bundesvorsitzenden der neu gegründeteten Partei 1981 unterlag er in einer Kampfabstimmung gegen Dieter Burgmann, wobei der spätere Innenminister Otto Schily den linken Zählkandidaten machte. Durch diese taktische Vorgehensweise des "Linken Flügels" der Grünen fühlte sich Herbert Gruhl brüskiert und seinen wertkonservativen Flügel unterrepräsentiert und trat unter Protest aus der Partei aus. Mit ihm traten etwa 1/3 der Mitglieder der Grünen aus, die den Kern der 1982 von ihm gegründeten Ökologisch -Demokratischen Partei (ÖDP) bildeten. Gruhl war von 1982 bis 1989 Vorsitzender der ÖDP. Nachdem sein Versuch scheiterte im Programm der ÖDP das "Primat der Ökologie" festzuschreiben, verlies er auch diese Partei 1990 und zog sich auf seinen Berghof in Berchtesgaden zurück. Dort arbeitete er an mehreren Manuskripten vor allem zu umweltpolitischen Themen. Sein letztes vor seinem Tot 1993 erschienenes Buch war "Himmelfahrt in's Nichts", ein kritisches Werk über die Zukunft der Menschheit. Niedersachsens Umweltministerin Monika Griefahn überreichte Herbert Gruhl für seine Verdienste um den Natur- und Umweltschutz 1991 das ihm vom Bundespräsidenten verliehene Bundesverdienstkreuz am Bande.

Politische Bedeutung

Dr. Herbert Gruhl spielte bei der Entstehung der Grünen eine - wenn nicht die entscheidende Rolle. Durch die Auseinandersetzung mit dem Thema Umweltschutz wurde er zum kritischen Auklärer und von den damals etablierten Parteien gefürchteten Akteur auf der politischen Bühne. Er verstand Engagement stets politisch und verband konsequent Ökologie mit Politik. Herbert Gruhl besaß soviel Charisma, daß es ihm gelang, die unterschiedlichen und oft konkurrierenden grünen Parteien und Wählergruppen an einen Tisch zu bringen und von der Notwendigkeit eines Zusammenschlusses zu überzeugen. Dabei ging es um einen Spagat zwichen links (progressiv) und (wert)konservativ. Das vereinende Band sollte die Ökologie sein. Man sprach damals in der Gründungsphase der Grünen vom "Hystorischen Kompromiss" (Rudolf Bahro). Gruhl repräsentierte den wertkonservativen Flügel. Zusammen mit Petra Kelly vertrat er die Grünen in der Entstehungsphase. Herbert Gruhl scheiterte letztlich an seiner politischen Überzeugung, die das "Primat der Ökologie" zum Maßstab der Politik erhob, was viele Parteifreunde als zu eingleisig ablehnten. Gruhl blieb sich stets selbst und seinen Überzeugungen treu und beendete lieber konsequent seine Karriere, als "Kompromisse" einzugehen, was ihn leztlich persönlich mehrfach scheitern lies und zur tragischen Figur machte.

Autorenkarriere

Schlagartige Bekanntheit erlangte Herbert Gruhl 1975 durch sein Buch "Ein Planet wird geplündert" - Die Schreckensbilanz unserer Politik. Gruhl prangert darin den Raubbau an den Lebensgrundlagen durch ungehemmtes Wirtschaftswachstum an. Das Buch erlebte mehrere Auflagen und wurde zum Bestseller.

Werke

Ein Planet wird geplündert. Die Schreckensbilanz unserer Politik (1975) ISBN 3100286014
Das irdische Gleichgewicht (1982) ISBN 3926584467
Glücklich werden die sein ... (1984) ISBN 3548346057
Der atomare Selbstmord (1986) ISBN 377661448X
Überleben ist alles. Erinnerungen (1987) ISBN 3776614579
Himmelfahrt ins Nichts (1992) ISBN 3784423965
Unter den Karawanen der Blinden. Schlüsseltexte, Interviews und Reden (2005) ISBN 3631546181
 

Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Herbert_Gruhl&diff=15946584&oldid=15946327

 

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