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Sammlung mit Texten Herbert Gruhls erschienen
30 Jahre nach dem Erscheinen von Herbert Gruhls Umweltklassiker “Ein Planet wird geplündert. Die Schreckensbilanz unserer Politik” erschien Ende September 2005 ein 275 Seiten starker Band mit seinen gesammelten “Schlüsseltexten, Interviews und Reden (1976-1993)”. Der Titel des Bandes lautet “Herbert Gruhl - Unter den Karawanen der Blinden”. Denn es gab seit den 1970er Jahren zwar einige Korrekturen durch den technischen Umweltschutz, ansonsten aber sah Gruhl die Menschheit weiter auf Plünderungskurs. Dem Band geht ein einleitender Essay des Freiburger Philosophie-Professors Franz Vonessen über die aufgeworfene Wachstumskritik voraus. Ein editorischer Bericht gibt Erläuterungen zur Auswahl der Texte. (Verlagsbestellung / Amazon).
Der Band enthält folgende Texte/Interviews/Reden Herbert Gruhls
Wir stehen an den Grenzen unseres Planeten
Davon geht die Welt nicht unter ... (oder doch?)
Ohne Rohstoff- und Energielenkung geht es nicht
Wunschdenken contra Naturgesetze
Der Mensch als Zerstörer seiner Welt
Sandwüsten und Betonwüsten vernichten das Leben
Gehört die Welt dem Menschen oder der Mensch der Welt?
Zum Kernenergieprogramm der Bundesregierung
Herbert Gruhl zu aktuellen Fragen im Zusammenhang mit dem Bau von Kernkraftwerken
Landwirtschaft – das Stiefkind der Industriegesellschaft
Europas Irrweg. Der große Wandel, der notwendig ist
Gegen die Straßenbau-Euphorie
Der Verrat an Ludwig Erhard
Meine Liebe zu Deutschland
In unserer Superzivilisation löst das Buch historische Prozesse aus
„Fraktionsloser Abgeordneter wäre einzige Möglichkeit“
Parteiaustritt aus der CDU
Das grüne Manifest
Grüne Zukunftspolitik als historische Notwendigkeit
Kandidieren oder kapitulieren? Nach dem Parteitag der GAZ
Persönliche Erklärung auf dem Parteitag der Grünen in Saarbrücken
Das alternative Luftschloß
Die Überlebensnotwendigkeit ökologischer Politik
Ein Einzelkämpfer ohne jede Chance
Über Lothar Späths Buch „Wende in die Zukunft“
Rede auf dem ÖDP-Bundesparteitag in Stuttgart
Rede auf dem ÖDP-Bundesparteitag in Hannover
Zwischen Links und Rechts und Nullpunkt
Bevölkerung und irdisches Gleichgewicht
Zehn weitere Jahre „Plünderung des Planeten“
Zur Einsicht fähig?
Der schnellste Weg in den ökologischen Tod Europas
„Eigentlich müßten wir längst an einem Notstandsprogramm arbeiten“
Die Menschheit ist am Ende
„Krieg mit uns selbst“. Über Al Gores „Wege zum Gleichgewicht“
Prinzip Hoffnung als Therapie – Die neue Meadows-Studie über die
Zukunft unseres Planeten bietet keine realistischen Rezepte
„Eine Umkehr ist nicht mehr möglich“
„Die Weichen wurden vor 50 Jahren gestellt“
V. Kempf, 5.10.2005
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Herbert-Gruhl-Gesellschaft e.V. Hannover, Rosenweg 4 www.herbert-gruhl.de
Einladung / Mitteilung vom 17.9.2005
Der diesjährige Herbert-Gruhl-Preis geht am 23. September 2005 an MdB Dr. Reinhard Loske, stellvertretender Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/DieGrünen. Der Preis wird alle zwei Jahre an eine Persönlichkeit verliehen, die vorbildlich ökologisch fundierte Erkenntisse in die politische Realität eingebracht hat. Dem Preisträger wird eine echt goldenen Brosche überreicht, die die Erde bei Nacht darstellt. Bisherige Preisträger sind Prof. Dr. Friedhelm Farthmann (SPD) und Josef Göppel (CSU). Die Preisverleihung wird im Rahmen der Tagung „30 Jahre ‚Ein Planet wird geplündert’“ stattfinden. Der Namensgeber des Preises ist der Autor des Umweltklassikers „Ein Planet wird geplündert“ (1975) – das Erscheinen des Buches jährt sich am 25. September.
Wir laden zum Festakt: Ort: Hanns-Lilje-Haus, Knochenhauerstr. 33, 30159 Honnover (www.hans-lilje-haus.de) Zeit: 23.September 2005, ab 19.30 Uhr.
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2.6.2005
Carl Amery gestorben
Carl Amery, der am 24. Mai 2005 im Alter von 83 Jahren verstarb, war einer der ersten ökologisch orientierten Wachstumskritiker im deutschsprachigen Raum. 2002 schrieb Amery in “Die Kirchen und der totale Markt" (2002) in gewohnter Radikalität: "Es ist vorauszusehen, dass die Lebenswelt, wie wir sie kennen und bewohnen, im Laufe des anhebenden Jahrtausends zusammenbrechen und unbewohnbar werden wird." Der Katholik Amery sah sich aber nicht als Pessimist, sondern als "Diagnostiker", urteilt der “Spiegel”. Die Diagnose Amerys ist damit im Ergebnis von derjenigen Herbert Gruhls kaum zu unterscheiden. Der eine hatte in seiner Kulturkritik mehr einen christlichen Hintergrund, der andere einen mehr naturwissenschaftlichen. Ob es wirklich eine “Tragische Koinzidenz” ist, daß Amery just in der Zeit verstarb, als für die Grünen das Ende des rot-grünen Projekts durch ausgerufene Neuwahlen feststand, wie die FAZ am 1. Juni urteilt, darf bezweifelt werden. Möglich, daß Amery, der einem schwarz-grünen Projekt zugeneigt war, die Politik der Grünen für ökologisch so überzeugend gar nicht hielt. In die Politik mußte er mehr hineingezogen werden, als daß er ein Antreiber war. Sein Engagement in der Gründungsphase der Grünen blieb ein kurzes Intermezzo. Damit gewann er Zeit zum Schreiben, das entsprach mehr seiner Natur. Auf jeden Fall ist mit Amery ein großer ökologischer Vordenker verstorben. Ihn mit einer großen Tageszeitung als “fröhlichen Apokalyptiker” zu bezeichnen, wäre hingegen etwas süffisant. Ein wacher Zeitgenosse erblickt darin die Oberflächlichkeit der Medien. Da hilft nur, seine Bücher selbst zu lesen, um sich von seinem unbestechlichen Blick und seiner Formulierungsabe selbst beeindrucken zu lassen.
(V. Kempf)
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Mitteilung vom 2.6.2005
HGG-Mitglied W. Wißen “Energiesparmeister” 2005
Für die Belastung der natürlichen Umwelt ist der Lebensstandard ein wichtiger Faktor. Da wir in unseren Breiten vergleichsweise gut leben, ist der Ernergieverbrauch pro Kopf auch relativ hoch. Sparsam leben entlastet hingegen die natürliche Umwelt und schont die Lebensgrundlagen. Das weiß jeder ökologisch versierte Mensch. Das Herbert-Gruhl-Gesellschafts-Mitglied ßWilhelm Wien ist aber nicht nur Theoretiker, sondern auch Praktiker. Er erhielt für seine besonders energiesparsame Lebensweise unter knapp 500 Bewerbern in der Kategorie Mieter den vom ZDF und von co2online ausgelobten Preis “Energiesparmeister 2005” - im Geldwert von 500 Euro. Herzlichen Glückwunsch von der Herbert-Gruhl-Gesellschaft e.V.!
(V. Kempf, HGG-Vorsitzender)
Zur NRZ-Meldung vom 31.5.2005
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Mitteilung vom 2.6.2005
HGG-Mitglied W. Wißen “Energiesparmeister” 2005
Für die Belastung der natürlichen Umwelt ist der Lebensstandard ein wichtiger Faktor. Da wir in unseren Breiten vergleichsweise gut leben, ist der Ernergieverbrauch pro Kopf auch relativ hoch. Sparsam leben entlastet hingegen die natürliche Umwelt und schont die Lebensgrundlagen. Das weiß jeder ökologisch versierte Mensch. Das Herbert-Gruhl-Gesellschafts-Mitglied ßWilhelm Wien ist aber nicht nur Theoretiker, sondern auch Praktiker. Er erhielt für seine besonders energiesparsame Lebensweise unter knapp 500 Bewerbern in der Kategorie Mieter den vom ZDF und von co2online ausgelobten Preis “Energiesparmeister 2005” - im Geldwert von 500 Euro. Herzlichen Glückwunsch von der Herbert-Gruhl-Gesellschaft e.V.!
(V. Kempf, HGG-Vorsitzender)
Zur NRZ-Meldung vom 31.5.2005
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Feinstaubbelastung ganzheitlich betrachtet
Seit Januar 2005 sind die EU-Grenzwerte für feine Staubpartikel in Kraft. Denn nach dem aktuellen Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben allein in Europa statistisch gesehen etwa 100.000 Menschen an Feinstaub in der Atemluft. München hat als erste deutsche Stadt die neuen Grenzwerte bereits überschritten. So wird über Rußpartikelfilter an Fahrzeugen nachgedacht. Im Sommer machen dann hohe Ozonwerte wieder von sich reden, gegen die keine Rußfilter etwas nützen. Das hohe Verkehrsaufkommen bringt schließlich vielfältige Probleme mit sich, auch Verkehrsunfälle, die allerdings für das höchste aller politischen Ziele, das Wirtschaftswachstum, positiv zu Buche schlagen - durch eine Belebung der Auto- und Krankheitsindustrie. Herbert Gruhl fragte dann auch schon in den 1970er Jahren in einem Essay rhetorisch: „Wollt ihr den totalen Verkehr?“ Schaut man heute auf Deutschlands Straßen, lautet die Antwort: Ja.
Die Feinstaubbelastung insbesondere durch den Krafahrzeugverkehr verursacht ist also nicht nur ein isoliertes Phänomen, das durch die eine oder andere technische Maßnahme behandelt und dann erledigt ist. Das motorisierte Verkehrsaufkommen insgesamt ist das Grundproblem. Die City-Maut ist daher mit Recht im Gespräch, greift aber etwas kurz und ist auch nur in einigen wenigen Metropolen sinnvoll zu erwägen. Heiner Mohnheim, Professor für angewandte Geographie und Raumentwicklung, schlägt im Interview mit der Freiburger Kultur- und Veranstaltungszeitung Joker vom April 2005 weitergehend vor: Die Abschaffung des Autos zu prämieren. Krankenkassenbeiträge müßten für Nichtautobesitzer günstiger sein als für Autofahrer. Denn letztlich belastet das Autofahren die Gesundheit durch Bewegungsmangel, zweitens belastet es die Krankenkassen durch Unfälle zusätzlich. Die Kraftfahrzeugsteuer indessen belastet auf den gefahrenen Kilometer gerechnet Wenigfahrer mehr als Vielfahrer, was bei einer Umlegung auf den Kraftstoff anders aussähe. Auch spielt die öBevlkerungsdichte bei der Verkehrsdichte eine Rolle, was bei den vielen Klagen über einen Geburtenschwund in Deutschland wie auch bei Versuchen besonders weltoffen zu sein – in den zurückliegenden Jahren etwa durch eine großzügige Visa-Vergabe bis hin zur Rechtswidrigkeit – nicht ganz zu vergessen ist.
Das Problem der Feinstäube ist also Teil eines umfasenderen Problemkomplexes der Autogesellschaft (der Fußgänger- und Fahrradfahreranteil am Verkehrsaufkommen ging in den letzten Jahrzehnten drastisch zurück), so daß empfohlen werden muß, mehr als nur das eine oder andere Symptom anzugehen.
(V. Kempf, 11.4.2005)
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Christa Meves zum 80. Geburtstag
Christa Meves, Mitverfasserin des Gürnen Manifestes (1978) der GAZ, feiert am 4. März 2005 ihren 80 Geburtstag. Die Kinder- und Jugendlichentherapeutin sorgte Anfang der 1970er Jahre mit Ihrem Buch Manipulierte Maßlosigkeit für Furore, weil Sie vor den Folgen des “Marsch durch die Institutionen” warnte: Seelische Erkrankungen mit der Konsequenz einer steigenden Arbeitsunfähigkeit, Süchte und Kriminalität sowie sexuelle Pervertierungen und Abtreibungen mit seelischen und teilweise auch körperlichen Folgen. “Durch diese Warnungen”, erinnert sich Meves in einem Interview vom 2. März 2005 für Idea-Spektrum, “wurde ich erst bekannt. In meinem Büchlein ‘manipulierte Maßlosigkeit’ hatte ich die Folgen der Programme der ‘Neuen Linken’ dargestellt. Viele Menschen wurden dadurch hellhörig. Es gab dann erheblichen Widerstand. Veranstaltungen wurden gestört und Massenblätter, etwa der ‘Spiegel’ kämpften gegen mich.” Als die EKD auf den Zeitgeist aufsprang, trat Meves zum Katholizismus über. Während Herbert Gruhl in den 1970er Jahren den Verschleiß der über Jahrmillionen entstandenen fossilen Energieträger und der Rohstoffe als unkultiviert erkannte, sah Meves bereits, wie die vorher gewachsenen kulturellen Werte gedankenlos verspielt werden. Christliche Werte hält Meves heute sehr hoch, modische Irrlehren für schlechte Ersatzreligionen.
Meves ist konsequent und sich selbst treu gblieben. 2003 erschien ihre Fortschreibung der Schreckensbilanz der Folgen der Achtundsechziger-Bewegung unter dem Titel Verführt. Manipuliert. Pervertiert. Die Gesellschaft in der Falle modischer Irrlehren. Im oben genannten Interview sagt Meves: “Es muß den Menschen so sehr an den Kragen gehen, daß sie sich zur Umkehr entschließen. In Deutschland sind es ja nur noch 26 Millionen Menschen, die für die übrigen 55 Millionen Geld erwirtschaften. Und diese Rate verschlechtert sich immer weiter. Irgendwann schlägt die Stunde, in der die Verantwortlichen verstehen, daß sie das Ruder herumreißen müssen - und es dann hoffentlich auch tun.” Meves spricht von einer Hoffnung, denn Dogmatismus ist eine Erscheinung mit langer Halbwertzeit. Viel wäre Meves zufolge schon gewonnen, wenn bei der Schulpolitik einmal die Perspektive des Kindes eingenommen würde, das für eine gesunde Entwicklung nicht Ganztagskindergärten und Ganztagsschulen braucht, sondern eine verläßliche Zuwendung der Mutter. Respekt also vor Meves Engagment, die nicht müde wird, Ihre Stimme zu erheben, wo immer sich schwerwiegende gesellschaftliche Mißstände auftun. (www.christa-meves.de) Christa Meves ist ein Beispiel und Vorbild für bürgerliche Courage, so daß man ihr zum 80. Geburtstag von Herzen nur viel Gesundheit und ein langes Leben wünschen kann.
Volker Kempf, Vorsitzender der HGG
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